IVD CEI

Der Energieausweis

Fragen, Antworten & Allgemeines


Was nützt ein Energieausweis?

Der Energieausweis bewertet die energetische Qualität von Gebäuden und liefert Eigentümern, Käufern und Mietern einen wichtigen ersten Anhaltspunkt dafür, wie bei einem Gebäude dauerhaft Energie und Heizkosten gespart werden können. Er wird so zu einem wichtigen Wegweiser für die Modernisierung.

 

Brauche ich einen Energieausweis?

Nur Hausbesitzer, die eine Wohnung neu vermieten oder ein Gebäude bzw. eine Wohnung verkaufen, müssen einen Energieausweis vorlegen. Wer sein Gebäude selbst bewohnt und weder neu vermietet noch verkauft, benötigt keinen Energieausweis!

 

Was bewertet der Energieausweis?

Der Bedarfsenergieausweis bewertet den flächenbezogenen Primärenergiebedarf des Gebäudes: Dieser wird anhand der energetischen Qualität der Gebäudehülle, der Anlagentechnik in den Bereichen Heizung, Warmwasser und Lüftung und der eingesetzten Energieträger ermittelt. Angegeben wird ebenso der Endenergiebedarf: Er gibt einen verbrauchsnahen Wert wieder, wenn die tatsächliche Nutzung des Gebäudes einer Normnutzung (19°C im Gebäude, mittlerer Warmwasserbedarf etc.) entspricht.

Der Verbrauchsausweis wird hauptsächlich für Gebäude mit mind. 5 Wohnungen eingesetzt. Hier wird lediglich der Verbrauch (Gas, Öl, Strom) wiedergegeben. Entsprechend ungenau sind die Angaben (unterschiedliches Heizverhalten). Ein Kaufinteressent wird, wenn möglich, sicher auf einen Bedarfsausweis bestehen!

Vorsicht: Es ist vorgeschrieben, welcher Ausweis zu welcher Immobilie gehört! Sie haben keine freie Wahl!

 

Muss ich mein Haus gemäß der Modernisierungsempfehlungen sanieren?

Nein – der Energieausweis dient allein der Information. Eine Pflicht, die Empfehlungen umzusetzen gibt es nicht. Allerdings können durch andere gesetzliche Vorschriften Modernisierungsmaßnahmen notwendig sein. So regeln die Bundes-Immissionsschutz-Verordnung (BImSchV) und die Energieeinsparverordnung (EnEV) etwa, wann eine alte Heizungsanlage ausgetauscht werden muss. Diese Gesetze regeln auch Dämmstandards und anderes. An diese Gesetze sind Sie natürlich gebunden!

 

Was kostet der Energieausweis?

Es gibt keinen offiziellen Preis für den Energieausweis. Die Preise schwanken je nach Gebäude und Aufwand.
Der Bedarfsausweis wird für Ein- und Zweifamilienhäuser etwa 300,- Euro kosten.

Der Verbrauchsausweis ist günstiger.

 

Wer darf Energieausweise ausstellen?

Energieausweise im Gebäudebestand dürfen ausschließlich nur von Fachleuten wie z. B. Bauvorlageberechtigten oder Architekten, Ingenieuren oder Handwerksmeistern und Technikern (Bau/Ausbau oder anlagentechnisches Gewerbe, Schornsteinfegerwesen) mit entsprechender Qualifikation, Berufserfahrung oder Nachweis einer entsprechenden Fortbildung ausgestellt werden. Handwerksmeister und Techniker erhalten nur für Wohngebäude eine Ausstellungsberechtigung.

 


Einfach den richtigen Ausweis finden

Bitte weiterlesen - zum 1.05.2014 haben sich die Bedingungen verschärft!

 

 

 

EnEV 2014 - Am 01.05.2014 tritt sie in Kraft

Die wichtigsten Neuerungen


1. Anforderungen an Altbauten

Die Anforderungen an Altbauten sind gegenüber der EnEV2009  nur moderat gestiegen.

Im Einzelnen:

  • Die Anforderungswerte bezüglich der Wärmedurchgangs-Koeffizienten der Außenbauteile bei Gebäudemodernisierungen sind zur EnEV 2009 gleich geblieben.

  • Grundsätzlich gilt weiter (wie bei EnEV 2009), dass die Anforderungswerte an Bauteile gem. EnEV erst eingehalten werden müssen, wenn mehr als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche des Gebäudes geändert werden. 

  • Bei An- und Ausbauten über 50 m² gelten künftig die Neubauanforderungen mit bilanziertem Nachweis nur dann, wenn zugleich der Wärmeerzeuger erneuert wird. Ansonsten reicht der einfache Bauteilnachweis mit Einhaltung der Bauteilkennwerte.

  • Die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel wird erweitert. Bisher galt die Regelung für Heizkessel, die vor 1978 eingebaut wurden. Jetzt müssen Kessel, die vor 1985 eingebaut worden sind, nach Ablauf von 30 Jahren erneuert werden (also ab 2015). Nicht betroffen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Ebenfalls ausgenommen davon sind Ein- und Zweifamilienhäuser, deren Eigentümer am 01.02.2002 mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben. Beim Eigentümerwechsel ist die Pflicht des Kesseltausches vom neuen Eigentümer innerhalb von 2 Jahren zu erfüllen.

  • Oberste Geschossdecken, die die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach  DIN 4108-2:2013-02 nicht erfüllen, müssen nach dem 31.12.2015 so gedämmt sein, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 W/m²K nicht überschreitet. Ersatzweise kann auch das Dach gedämmt werden.

  • Nachtspeicherheizsysteme dürfen seit der ENEV-Novelle vom 13.07.2013 weiter betrieben werden. Der § 10 a aus der  EnEV 2009 wurde in der EnEV 2014 ersatzlos gestrichen.

 

2. Änderung der Primärenergiefaktoren für Strom

Mit der neuen EnEV wird der Primärenergiefaktor für Strom deutlich nach unten geschraubt.  Ab dem 01.05.2014 ist für den erneuerbaren Anteil statt bisher 2,8 künftig der Wert 2,4 und ab dem 01.01.2016 der Wert 1,8 zu verwenden.

Zudem wird der Standort des Referenzklimas von jetzt Würzburg auf dann Potsdam geändert.

Diese beiden Anpassungen entspannen die am Neubau durchgeführten Verschärfungen von 25 % deutlich, so dass dadurch die tatsächliche Verschärfung der EnEV effektiv betrachtet erheblich milder ausfällt.

 

3. Änderung bei Energieausweisen

Der Energieausweis für Wohngebäude wurde weiter verfeinert und zudem die Offenlegung verschärft.

Im Einzelnen:

  • Der Bandtacho im Energieausweis für Wohngebäude wird um die Energie-  Effizienzklassen von A+ (unter 30 kWh/m²a) bis H (über 250 kWh/m²a)  ergänzt. Die ermittelte Effizienzklasse wird im Energieausweis dann vergrößert dargestellt. Die Klasse A soll dabei dem ab 2016 geltenden Neubaustandard entsprechen.

  • Immobilienanzeigen (Zeitung und Portale) für Vermietung und Verkauf müssen künftig folgende Angaben enthalten (neuer § 16a Pflichtangaben in Immobilienanzeigen):

    • Angabe, ob es sich um einen Energiebedarfs- oder Verbrauchsausweis handelt

    • Angabe des Wertes des Endenergiebedarfes bzw. des Endenergieverbrauches für Wärme (bei Nichtwohngebäuden für Wärme und Strom)

    • Angabe der im Energieausweis genannten Energieträger für die Heizung

    • Bei Wohngebäuden das Baujahr der Anlagentechnik

    • Angabe der Energieeffizienzklasse, sofern ein neuer Energieausweis mit Effizienzklasse vorliegt.

  • Der Energieausweis muss ab dem 01.05.2014 nicht nur wie bisher "zugänglich" gemacht, sondern dem Käufer bzw. Mieter im Original oder Kopie ausgehändigt werden. Bereits bei der Besichtigung des Objektes muss der Ausweis durch Auslegen zugänglich gemacht, bzw. auf Verlangen vorgezeigt werden.

  • Energieausweise müssen – sobald diese vorliegen – künftig nicht nur in öffentlichen Gebäuden ausgehängt werden, sondern auch in sonstigen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr (wie Banken, Läden, Hotels, Restaurants etc.).

  • In öffentlichen Gebäuden müssen Energieausweise künftig bereits ab einer Größe von 500 m² Nutzflächen (bisher 1.000 m²) öffentlich ausgehängt werden und ab dem 09.07.2015 bereits ab 250 m²

  • Beim Energieverbrauchausweis für Wohngebäude (ab 5 WE) wird der Verbrauchswert um eine Pauschale von 20  kWh/m² erhöht, wenn im Falle einer dezentralen Warmwasserbereitung der Verbrauchswert nicht bekannt ist. Wird die Raumluft gekühlt, ist der Wert um 6 kWh/m² zu erhöhen.

 

4. "EnEV Easy"

Das vereinfachte Nachweisverfahren für den Neubau nicht gekühlter Wohngebäude – das sog. "EnEV-Easy"  - wurde aus der neuen EnEV 2014 ausgelagert. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung kann jetzt gem.  § 3 EnEV Abs. 5 im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf Grundlage von Modellrechnungen künftig die Rahmenparameter dafür gekannt geben. Wann dies kommt ist jedoch noch ungewiss.

 

5. Kontrollen

Mit der neuen EnEV werden verschärfte Kontrollen für Energieausweise und Inspektionsberichte für Klimaanlagen eingeführt.

Im Einzelnen:

  • Der Energieausweisaussteller muss künftig vor Übergabe des Ausweises eine Registriernummer bei der zuständigen Registrierstelle beantragen. Die Behörde (übergangsweise das DIBt) unterzieht Energieausweise und Inspektionsberichte einer Stichprobenkontrolle. Aussteller von Energieausweisen sind verpflichtet diese mindestens 2 Jahre aufzubewahren.

 

6. Ordnungswidrigkeiten

Die Liste der Maßnahmen, die bei Nichteinhaltung als Ordnungswidrigkeit gelten, wurde erweitert:

  • ...    wer die neuen Regeln für die Energieausweise nicht einhält (bis 15 000,-- €)

  • ...    Heizkessel weiter betreibt (bis 50 000,-- €)

  • ...    zugängliche Leitungen und Armaturen nicht dämmt (bis 50 000,-- €)

  • ...    die oberste Geschossdecke nicht dämmt (bis 50 000,-- €).


Grundsätzlich betragen die Strafen für Ordnungswidrigkeiten nach wie vor zwischen 5000,-- und 50 000,-- €.

 

7. Ausblick EnEV 2016?

Gemäß Eu-Richtlinie müssen bis 2021 alle Neubauten im Niedrigstenergiestandard errichtet werden. Für Neubauten von Behördengebäuden gilt dies bereits ab 2019.

Die energetischen Anforderungswerte hierfür müssen spätestens bis Ende 2015 für Behördengänge und Bis Ende 2018 für sonstige Neubauten festgelegt werden.

Insofern ist davon auszugehen, dass eine weitere Anpassung der Energieeinsparverordnung bis Ende 2016 zu erwarten ist.